Amt für Mittelschulen, keine Angabe (Fonds)

Archive plan context

 
Title:Amt für Mittelschulen
 

Identification area

Abbreviations:AMS
 

Area of information

Period of Existence:from 1973
Creation date(s):No information given
Geographical information:Davidstrasse 31, 9001 St.Gallen
Rechtsform:Amt
Rechtsgrundlagen:Das AMS verfügt über keine spezifische gesetzliche Delegationsnorm, welche den Aufgabenbereich und die Kompetenzen definiert. Zentrale Bedeutung kommen allerdings dem Mittelschulgesetz vom 12. Juni 1980 (sGS 215.1) und der Mittelschulverordnung vom 17. März 1981 (sGS 215.11) zu.
(Amts-)Leitung:bis 2002: Thomas Gschwend
2002-2016: Christoph Mattle, lic. iur.
2017- Cassidy, Tina, M.A.HSG, dipl. Wipäd.
Behördengeschichte:Das heutige Amt für Mittelschulen (AMS) wurde erstmals im Staatskalender 1972-76 (mit Stand vom 1.1.1973) als Abteilung Mittelschule / Hochschule aufgeführt. Es ist seit jeher dem früheren Erziehungs- und nunmehrigen Bildungsdepartement angegliedert. Die Umbenennung im Jahr 1996 in Amt für Mittel- und Hochschulen dokumentiert nicht nur einen Stufenwechsel in der Departementshierarchie, sondern verweist auch auf den zunehmenden Ausbau der Tertiärbildung im Kanton. Die Lehrerbildung wurde im Namen des Amtes zwar auch jetzt nicht gesondert ausgewiesen, sie gehörte jedoch ebenso zu den Aufgaben. Das AMS umfasste Mitte der 1990er Jahre folgende vier Abteilungen: Abteilung Hochschulen, Abteilung Mittelschulen, Abteilung Studien- und Berufsberatung sowie die Abteilung Interstaatliche Maturitätsschule für Erwachsene.
1999 fiel der Bereich Hochschulen allerdings mit der Bildung eines neuen, dem Generalsekretariat unterstellten Dienstes für Hochschulen (HD) weg. Daher wurde der Name des Amtes zu "Amt für Mittelschulen" geändert. Bereits im Jahr 2000 wurde die Lehrerbildung wieder dem Amt zugewiesen; der Name wurde zu "Amt für Mittelschulen und Lehrerbildung (AML)" geändert. Drei Jahre später, 2002, ging die Berufs- und Studienberatung in das Amt für Berufsbildung über, wo sie als eigene Abteilung 2009 sieben Berufs-, Studien- u. Laufbahnberatungsstellen umfasst. Nach diesen organisatorischen Veränderungen fand 2003 der Umzug an die Davidstrasse 31 statt, womit nun sämtliche Amtsstellen des Erziehungsdepartements in demselben Verwaltungsgebäude vereint waren. Mit dem Übergang der Lehrerbildung von der Sekundarstufe II in den Tertiärbereich, und mit der damit verbundenen Schliessung der Seminarien bzw. der Gründung der Pädagogischen Fachhochschule Rorschach, wurde das bisherige Amt für Mittelschulen und Lehrerbildung (AML) auf den 1. August 2004 in Amt für Mittelschulen (AMS) umbenannt (vgl. ERB 2004/459). Das AMS ist eines von insgesamt fünf Ämtern des Bildungsdepartements. (Stand 2009)
Range of activity:Das AMS verfügt über keine spezifische gesetzliche Delegationsnorm, welche den Aufgabenbereich und die Kompetenzen definiert. Die Stellung und die Aufgaben des Departements hingegen umreisst Art. 75 des Mittelschulgesetzes vom 12. Juni 1980 (sGS 215.1) folgendermassen: "Das zuständige Departement erfüllt die Aufgaben, die ihm durch Gesetz, Verordnung oder Beschluss der Regierung übertragen werden." Die Amtstätigkeit des AMS erfolgt demnach in Ausführung dieses Artikels gemäss den Weisungen der Regierung (bzw. der Eidgenössischen Erziehungsdirektorenkonferenz EDK).
Im Kanton St.Gallen sind die Aufgaben des Mittelschulwesens generell auf zwei zuständige Instanzen aufgeteilt. In den grundlegenden pädagogischen und personellen Fragen ist der Erziehungsrat als oberste Schulbehörde des Kantons für die Volks- und Mittelschulen abschliessend zuständig. Die administrativen Belange dagegen fallen in die Kompetenz der Regierung bzw. des jeweiligen Departements (v.a. des Bildungsdepartements). Über die Letzteren erfolgt auch der Kontakt bzw. die Zusammenarbeit in den entsprechenden interkantonalen Gremien wie EDK und EDK-Ost. Sowohl der Erziehungsrat als auch die Regierung und das Departement können Aufgaben an unterstellte Organe delegieren, insbesondere auch an das Amt für Mittelschulen. Die Aufgaben und institutionellen Partner des Amts für Mittelschulen sind demnach vielfältig, im Zentrum steht jedoch die enge Zusammenarbeit mit dem Erziehungsrat. Hier bereitet das AMS primär die Beschlüsse des Erziehungsrates vor (inkl. dessen Traktandenliste) und vollzieht diese im Anschluss (analog verfährt das Amt für Volksschulen im Bereich der Volksschule).
Der Amtsleiter ist zugleich auch Sekretär der jeweiligen Aufsichtskommission der Kantonsschulen. Mit seiner vorbereitenden und beratenden Tätigkeit für den Erziehungsrat kann er zudem Einfluss auf die kantonale Rektorenkonferenz nehmen, da diese zum Teil vom Rat ihre Aufträge erhält.
Weiter erbringt das AMS Dienstleistungen für die Interstaatliche Maturitätsschule für Erwachsene (ISME) und die Schweizerschule Rom (SSR). Erstere führt als eigenständige Rechtspersönlichkeit auch die Lehrpersonen - die zumeist parallel an einer Kantonsschule unterrichten - in eigener Verantwortung.
Insgesamt ist der Zuständigkeitsbereich des Amtes durch die Reorganisation des Bildungswesens in den letzten Jahren verkleinert worden, bei gleichzeitiger Fokussierung auf den Kernbereich (u.a. Gründung einer neuen Kantonsschule in Wil).
Administrative structures:Das Amt für Mittelschulen ist direkt dem Vorsteher des Bildungsdepartementes unterstellt und verfügt über keine weiteren Unterabteilungen. Der Amtsleiter steht gleichzeitig dem Amt für Sport vor.
Parallelüberlieferungen:- Erziehungsrat (ER): Die vom AMS vorbereiteten Beschlüsse und die Traktandenlisten der Sitzungen befinden sich bereits in den Beständen des Erziehungsrates (v.a. A 020/773). In den Protokollen bzw. den entsprechenden Akten des ERs enthalten sind auch Ergebnisse bzw. Berichte zu Vernehmlassungen, Akten zu Beschlüssen betreffend Diszplinarmassnahmen gegen SchülerInnen und Lehrpersonen, Aufnahmen und Umteilungen der SchülerInnen, die Aufnahme- und Abschlussprüfungsprotokolle mit Notenlisten der sechs Mittelschulen .
- Mittelschulen: Die Personaldossiers werden am vollständigsten bei den Schulen geführt.
- Bildungsdepartement: Die Budgets und Rechnungen des Amtes sowie die Unterlagen zu Informatik-Belangen liegen ebenfalls auf Stufe Departement vor.
- Baudepartement: Die Projektunterlagen zu Bauten und Umbauten an Schulen befinden sich beim Hochbauamt. Achtung!: Die Unterlagen zu politischen Aspekten der Projekte befinden sich beim AMS.
- Rechtsdienst Staatskanzlei: Die Dienststelle verfügt über die Unterlagen zu neuen Rechtsgrundlagen im Erziehungswesen.
- Rechtsdienst Bildungsdepartement: Dossiers zu Rekursfällen, sofern diese nicht an den Erziehungsrat (bzw. dessen Präsidenten) übergeben wurden und heute Bestandteil der Akten des Erziehungsrats sind.
- EDK-Ost: Protokolle und Unterlagen werden im StASG bereits vollständig archiviert.
- Erziehungsdirektorenkonferenz (EDK): Entsprechende Unterlagen archiviert das Staatsarchiv Luzern als zuständiges Betreuerarchiv der EDK.
- Amtsdruckschriften-Sammlung des StASG: In der Sammlung befinden sich die Jahresberichte der meisten staatlichen, nicht aber der privaten Mittelschulen (allerdings lückenhaft) , sowie das Amtliche Schulblatt (ZA 010).
 

Bewertung

Bewertung der organisatorischen Gesamtfunktion:Die Gesamtfunktion des AMS lässt sich am besten mit der Metapher einer "Relaisstation" fassen, welche das Amt zwischen Erziehungsrat, Regierung und Bildungsdepartement einerseits, und den einzelnen Mittelschulen andererseits darstellt. Das Amt ist primär sowohl vorbereitend als auch ausführend für den Erziehungsrat tätig, während seine eigenen Kompetenzen eher beschränkt sind.
Historische Kriterien:Geht man davon aus, dass die heranwachsenden Generationen einer Gesellschaft durch die Schule und durch die darin vermittelten Inhalte und Werte eine (wenn auch nicht die einzige!) entscheidende Prägung erfahren, so kommt der Kenntnis der Organisation und Konzeption des Schulwesens eine zentrale Bedeutung für das Verständnis von sozialen Verhältnissen und Entwicklungen zu. Neben dieser grundlegenden Überlegung ist gegenwärtig zu beobachten, dass sich die von der breiten Öffentlichkeit bzw. den Medien getragene Diskussion vermehrt um die Bildungsqualität dreht. In diesem dynamisierten Umfeld stellt das Amt für Mittelschulen für die sechs kantonalen Mittelschulen zwar eine wichtige Koordinierungs-, Implementierungs- und Qualitätssicherungsinstanz dar, allerdings beschränken die im Bildungswesen zunehmenden Harmonisierungsbestrebungen die Möglichkeiten individueller kantonaler Lösungen. Bedingt durch die enge Zusammenarbeit mit dem Erziehungsrat und die Parallelüberlieferung aus anderen Provenienzen wird die Amtstätigkeit bereits an anderer Stelle grösstenteils und in konzentriert aufbereiteter Form dokumentiert.
Rechtliche Kriterien:- Mit der heute immer üblicheren Zunahme von Brüchen im Erwerbsleben wird die Bedeutung des Nachweises früherer Ausbildungen, d.h. die Nachfrage nach Diplombestätigungen, zunehmen. Die Notenlisten im Stammprotokoll des Erziehungsrates sind für die rechtliche Rekonstruktion eines Diploms indes ausreichend.
- In rechtlicher Hinsicht ist ausserdem auf die übliche 10-jährige Aufbewahrungspflicht für Geschäftsbücher/rechnungsrelevante Unterlagen gemäss OR zu verweisen.
- Nicht aus rechtlicher, aber aus praktischer Sicht empfiehlt sich u.U. bezüglich der Lehrer- bzw. Rektorendossiers eine Aufbewahrung im Hinblick auf die Abfassung von Reden und Schriften anlässlich von Ehrungen, Pensionierungen, Todesfällen usw.
Vereinbarung:Vereinbarung vom 21. November 2008:
- Protokolle der Aufsichtskommissionen der Mittelschulen: Dauernde Aufbewahrung
- Protokolle der kantonalen Rektorenkonferenz: Dauernde Aufbewahrung
- Unterlagen zu Disziplinarverfahren und Rekursen: Kassation (nach Ablauf von 10 Jahren)
- Unterlagen zu neuen Rechtsgrundlagen im Mittelschulwesen: Angebotspflicht gegenüber dem Staatsarchiv
- Projekt- und Sitzungsunterlagen, bei denen die Federführung beim AMS liegt: Angebotspflicht gegenüber dem Staatsarchiv
- Projekt- und Sitzungsunterlagen, bei denen die Federführung bei anderen staatlichen Stellen liegt: Kassation (nach Ablauf von 10 Jahren)
- Amtsberichte des AMS und der Mittelschulen: Kassation (nach Ermessen der Amtsstelle)
- Mittelschulstatistik / Auswertungen der Jahreslehraufträge / weitere vom AMS erstellte Statistiken: Dauernde Aufbewahrung
- Amtsdruckschriften vom AMS erstellt: Dauernde Aufbewahrung (je 2 Ex.)
- Amtsdruckschriften von einer kantonalen Mittelschule erstellt: Angebotspflicht gegenüber dem Staatsarchiv
- Übrige Amtsdruckschriften (z.B. Amtliches Schulblatt): Kassation (nach Ermessen der Amtsstelle)
- Jahreslehraufträge: Kassation (nach Ablauf von 10 Jahren)
- Personaldossiers von Rektoren: Dauernde Aufbewahrung
- Personaldossiers (sog. Rücktritte) von Lehrpersonen und Verwaltungsangestellten: Kassation (nach Ermessen der Amtsstelle)
- Rechnungsrelevante Unterlagen: Kassation (nach Ablauf von 10 Jahren)
- Unterlagen zu Beförderungen (sog. STEMI-Verfahren) und Leistungsprämien: Kassation (nach Ablauf von 10 Jahren)
- Erziehungsratsbeschlüsse: Kassation (nach Ermessen der Amtsstelle)
- Unterlagen zu Aufnahme und Umteilung von SchülerInnen bzw. zur Klassenbildung: Kassation (nach Ermessen der Amtsstelle)
- Das Bauliche betreffende Projektunterlagen zu Bauten und Umbauten: Kassation (nach Ermessen der Amtsstelle)
- Protokolle der EDK und der EDK-Ost: Kassation (nach Ermessen der Amtsstelle)
 

Related units of description

Related units of description:siehe auch:
A 162 Erziehungsdepartement: Amt für Mittel- und Hochschulen, 1968-1993 (Bestand)

siehe auch:
A 192 Erziehungsdepartement, Abteilung Mittel- und Hochschulen: Akten, 1955-1991 (Bestand)
 

Usage

Permission required:Staatsarchiv
Physical Usability:Uneingeschränkt
Accessibility:Archivmitarbeiter/-innen
 

URL for this unit of description

URL:http://scope.staatsarchiv.sg.ch/detail.aspx?ID=80724
 
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