Amt für Kultur, 1988-2010 (Fonds)

Archive plan context

 
Title:Amt für Kultur
 

Identification area

Synonyms:Amt für Kulturpflege (1970-1995)
Abbreviations:AfKu
 

Area of information

Period of Existence:from 1970
Creation date(s):1988 - 2010
Creation date(s), remarks.:vgl. Behördengeschichte
Geographical information:St.Leonhard-Strasse 40, 9001 St.Gallen
Rechtsform:Amt
Rechtsgrundlagen:Kanton St.Gallen:
- Übereinkunft betreffend das Eigentum und die Verwaltung des Stiftsarchives St.Gallen vom 02.06.1953 (sGS 271.3)
- Gesetz über die Raumplanung und das öffentliche Baurecht (Baugesetz) vom 06.06.1972 (sGS 731.1)
- Bibliotheksverordnung vom 22.03.1983 (sGS 271.3)
- Verordnung über das Staatsarchiv vom 26.06.1984 (sGS 271.1)
- Richtlinien für Beitragsleistungen zur Förderung des kulturellen Schaffens vom 31.10.1987
- Kulturpolitische Standortbestimmung
- Bericht des Regierungsrates vom 11.07.1989 zu Handen des Grossen Rates (Grossratsnummer: 40.89.05)
2006 gültig:
- Kulturförderungsgesetz vom 9.11.1995 (sGS 275.1)
- Botschaft zum Kulturförderungsgesetz (Amtsblatt 1995, S. 357ff.)
- Kulturförderungsverordnung vom 2.7.1996 (sGS 275.11)
- Verordnung über Staatsbeiträge an Massnahmen der Denkmalpflege vom 2.5.2001 (sGS 275.12)
Stadt St.Gallen:
- Reglement über die Ausrichtung von Beiträgen an kulturelle Aktivitäten, vom Stadtrat erlassen am 23.12.1991
(Amts-)Leitung:Dr. phil. Walter Lendi (1970-31.12.2004)
Dr. phil. Hans Schmid (ab 01.12.2004)
Katrin Meier
Behördengeschichte:Lic. phil. Walter Lendi wurde per 1.1.1967 als stellvertretender Staatsarchivar und Kantonsbibliothekar angestellt. Das Staatsarchiv unterstand zu dieser Zeit dem Departement des Innern, die Kantonsbibliothek dem Erziehungs- und Militärdepartement.
Infolge Ernennung des bisherigen Stelleninhabers, lic. iur. Franz Perret, zum Stiftsarchivar wurde der mittlerweile zum Dr. phil. promovierte Walter Lendi per 1.7.1968 zum Staatsarchivar/Kantonsbibliothekar befördert. Im Jahr 1970 wurden ihm zusätzlich die Aufgaben der Kulturpflege (Archäologie, Denkmalpflege, Inventarisation der Kunstdenkmäler) übertragen, Aufgaben, die zuvor das Erziehungsdepartement wahrgenommen hatte. Dies hatte zur Folge, dass in den Amtsberichten der Regierung ab 1970 jeweils ein separater Abschnitt zum Thema Kulturpflege eingefügt wurde, und die so neu geschaffene Abteilung im Lauf der Jahre die Bezeichnung "Amt für Kulturpflege" annahm (ohne dass dieser Aufgabenbereich jedoch in den Amtsberichten oder im Staatskalender als eigenes "Amt" aufgeführt worden wäre). Im Jahr 1993 erfuhr das Amt u.a. durch die Eingliederung der Kantonsbibliothek Vadiana und durch die Unterstellung der neu Verwaltungsbibliothek genannten ursprünglichen Kantonsbibliothek unter die 'neue' Kantonsbibliothek eine grössere Reorganisation. Dr. Walter Lendi wurde nun formell von den Aufgaben als Staatsarchivar und Kantonsbibliothekar entlastet und als Amtsleiter über die Abteilungen Staatsarchiv, Kantonsbibliothek, Archäologie und Denkmalpflege eingesetzt. Direkt der Amtsleitung angegliedert waren ab diesem Zeitpunkt die Aufgaben der Kulturförderung sowie diejenigen der Kunstpflege und Veranstaltungen. Dr. Walter Lendi war ausserdem zuständig für die Oberaufsicht über die Kunstdenkmälerinventarisation.
Ab 1996 ist in der Folge auch im Amtsbericht offiziell vom "Amt für Kultur" die Rede.
Range of activity:- Oberaufsicht über Kantonsbibliothek, Staatsarchiv, Denkmalpflege und Archäologie (inkl. Personal- und Rechnungswesen, EDV, etc.)
- Prüfung und Stellungnahme zuhanden der Regierung der Kulturförderungsgesuche sowie der Gesuche an den Lotteriefonds
- zuständig für den Kulturgüterschutz im Kanton St.Gallen
- Äufnung und Konservierung der kantonalen Kunstsammlung
- Pflege internationaler Kontakte im Auftrag von/in Zusammenarbeit mit Regierung und Staatskanzlei (insbesondere Arbeitsgemeinschaft Alpenländer [Arge Alp], Internationale Bodenseekonferenz [IBK], Bodenseefestival)
Administrative structures:Das Amt für Kultur ist Teil des Departements des Innern. Der Amtsleitung sind die folgenden Abteilungen unterstellt (Stand 01.01.2006):
- Kulturförderung und Lotteriefonds
- Ausstellungen, Veranstaltungen, Museen und Kunstsammlung des Kantons St.Gallen (inkl. Verwaltung Schloss Werdenberg)
- Denkmalpflege
- Archäologie
- Staatsarchiv
- Kantonsbibliothek Vadiana, Hauptstelle Vadiana und Zweigstelle Verwaltungsbibliothek (letztere per 01.07.2006 aufgehoben und Bestände in Vadiana integriert resp. der Bibliothek des Staatsarchivs zugeordnet)
Parallelüberlieferungen:Parallelüberlieferungen kommen je nach Sachgeschäft und Tätigkeitssparte z.B. in den Akten des Generalsekretariats oder des Vorstehers/der Vorsteherin des Departement des Innern oder auch der Staatskanzlei vor. Die Akten der Konferenzen der Regierungschefs von Arge Alp und Internationaler Bodenseekonferenz (IBK) werden (zumindest seit 1993) in Form von Regierungsbeschlüssen samt zugehörigen Vorakten aus allen Departementen in der Staatskanzlei geführt. Die Arge Alp verfügt über ein zentrales Archiv an der Geschäftsstelle in Innsbruck, die IBK über die Akten der Konferenzen der Regierungschefs im Regio-Büro im Landratsamt Konstanz. Da dem Staatsarchiv St.Gallen jedoch tendenziell v.a. solche Unterlagen abgegeben wurden, bei denen das Amt für Kultur(förderung) federführend war, dürfte der Aggregierungsgrad und die Vollständigkeit der zu bewertenden Akten im Vergleich zu allfälligen Parallelüberlieferungen höher sein.
In Amtsdruckschriften (z.B. Amtsbericht der Regierung) sind die Tätigkeiten des Amtes für Kultur(förderung) und seiner Abteilungen nur summarisch beschrieben. Für die gemäss Grossratsbeschluss über die Zuwendung für kulturelle Zwecke aus Anlass des 175jährigen Bestehens des Kantons St.Gallen (sGS 271.411) ausbezahlten Beträge existiert in den Amtsberichten der Regierung der Jahre 1978-1986 eine nach Bezirk und Kultursparte aufgegliederte jährliche Zusammenstellung. Daraus geht jedoch nicht hervor, welche Projekte unterstützt wurden.
Indirekt widerspiegeln auch die in verschiedenen Bibliotheken auf dem Platz St.Gallen greifbaren Führer durch die vom Amt für Kultur(pflege) ab 1981 organisierten und durchgeführten Ausstellungen sowie die Publikationsreihe "St.Galler Kultur und Geschichte" die Tätigkeiten des Amtes.
Comments:Unterlagen zum Amt für Kultur: siehe auch Abteilung Neues Archiv I (vgl. Registerkarte Verweise)
 

Bewertung

Bewertung der organisatorischen Gesamtfunktion:Das Amt für Kultur entwickelte sich ab 1970 sozusagen ad personam (resp. rund um die Person von) Walter Lendi, der im Lauf der Zeit mit einem wachsenden Aufgabenbereich betraut wurde. Während seiner Amtszeit und teilweise unter seiner Mitwirkung baute der Kanton St.Gallen die Aktivitäten in den Bereichen Denkmalpflege und Archäologie erst richtig auf, resp. professionalisierte sie. Per 1979 übernahm der Kanton die vorher der Stadt St.Gallen zugehörige Vadiana und wertete diese Bibliothek zur offiziellen Kantonsbibliothek auf. Die ehemalige Kantonsbibliothek wurde in "Kantonale Verwaltungsbibliothek" umbenannt und vom Amt für Kulturpflege selbständig weitergeführt. Erst per 1. April 1993 wurde die Kantonsbibliothek Vadiana dem Amt für Kulturpflege unterstellt und gleichzeitig die Verwaltungsbibliothek als Zweigstelle der Kantonsbibliothek zugeordnet. Für die Zukunft der Kulturinstitution Bibliothek (und später auch des Staatsarchivs) wichtig war die während der Amtszeit von Walter Lendi erfolgte Einführung der informatikunterstützten Katalogisierung, Recherchemöglichkeiten und Ausleihe. Im Bereich der Regionalmuseen (und damit der Regionalgeschichte) wurden beispielsweise mit der Konzeption des Museums im Alten Bad Pfäfers Akzente gesetzt. Überhaupt wurde der regelmässigen Öffentlichkeitsarbeit auf kulturellem Gebiet grosser Wert beigemessen, insbesondere durch die seit dem Bezug des Ausstellungssaals im Regierungsgebäude im Jahr 1980 möglich werdende Ausstellungstätigkeit des Amtes für Kultur(pflege). Mit der Gründung der Buchreihe "St.Galler Kultur und Geschichte" 1971, also gleich zu Beginn der Amtszeit von Walter Lendi, sollte für die kantonalen Fachleute in den Gebieten Geschichte, Denkmalpflege und Archäologie ein spezifisches Publikationsforum geschaffen werden. Mit der Beurteilung der Lotteriefondsgesuche und der Gesuche um finanzielle Zuwendungen des Kantons im Bereich der Kulturförderung oblag die Ausgestaltung der Kulturpolitik des Kantons St.Gallen zu einem wesentlichen Teil dem Amt für Kultur(förderung).
Ein wichtiger Aspekt in Walter Lendis Amtstätigkeit war die Pflege von Auslandkontakten (insbesondere Internationale Bodenseekonferenz IBK, Arbeitsgemeinschaft der Alpenländer, abgekürzt Arge Alp). Insofern übernahm das Amt für Kultur(pflege) Aufgaben, die auch an anderer Stelle innerhalb der Staatsverwaltung hätten wahrgenommen werden können bzw. neuerdings werden (z.B. ab 1992 in der Staatskanzlei durch die Koordinationsstelle für grenzüberschreitende Zusammenarbeit in Europafragen resp. die Koordinationsstelle für Aussenbeziehungen).
Die Anfangsjahre des Amtes für Kultur(förderung) fallen noch in die Zeit des sog. Kalten Krieges. Dies zeigt sich insbesondere daran, dass v.a. während der 1970er und 1980er Jahre den Belangen des Kulturgüterschutzes grosse Bedeutung zugemessen wurde. Der Bau und Bezug eines Kulturgüterschutzraums durch das Staatsarchiv, gross angelegte Mikroverfilmungsprojekte (z.B. Pfarrbücherverfilmungen, Verfilmung von Regierungsrats- und Grossratsprotokollen, Gerichtsentscheiden, etc.), die Inventarisation der Kunstdenkmäler und die Anfertigung von fotogrammetrischen Aufnahmen zeugen von diesen Bestrebungen und von der Wertigkeit, die Kulturgüter - gleich welcher Art - einnahmen resp. einnehmen.
Insgesamt nimmt ein Amt für Kultur(pflege) innerhalb eines Staatswesens sicher eine eher untergeordnete Stellung ein; Kultur wird gemeinhin als etwas nicht unbedingt Lebensnotwendiges wahrgenommen und läuft deshalb Gefahr, der Einschätzung der jeweiligen Konjunkturlage unterworfen zu werden. Insofern sind die unter A 285 verzeichneten Unterlagen ein direkter Spiegel von 30 Jahren st.gallischer Kulturpolitik.
Historische Kriterien:Die Bedeutung der abgelieferten Akten für Forschung und Wissenschaft besteht v.a. in der Nachvollziehbarkeit der Anfänge st.gallischer Kulturpolitik und Aussenbeziehungen im ausgehenden 20. Jahrhundert. Ausserdem dürften Aufbau und Entwicklung des Amtes für Kultur(förderung), insbesondere die im Lauf der Zeit zunehmende Strukturierung und Hierarchisierung, für die allgemeine Verwaltungsgeschichte des Kantons exemplarisch sein (vgl. Behördengeschichte).
Eine Auswertung der Akten in historischer Hinsicht kann u.a. Erkenntnisse bezüglich der Hintergründe/Entstehung st.gallischer Kultur- und Kulturgüterschutzpolitik (bzw. ihrer offiziellen Anfänge) ergeben. Ablesbar ist anhand der unter A 285 verzeichneten Akten auch, welche inhaltlichen Schwerpunkte gesetzt wurden (d.h. was versteht der Kanton unter Kultur? welche Projekte wurden unterstützt, welche nicht?). Ausserdem ist über die Akten der IBK (Internationale Bodenseekonferenz) und der Arbeitsgemeinschaft Alpenländer (Arge Alp) ein Vergleich mit dem Ausland möglich.
Rechtliche Kriterien:Aufbewahrungsfristen: ausser Verordnung vom 24. April 2002 über die Führung und Aufbewahrung der Geschäftsbücher (Geschäftsbücherverordnung; GeBüV, Systematische Sammlung des Bundesrechts SR 221.431) keine bekannt
 

Related units of description

Related units of description:siehe unter:
A 285 Departement des Innern: Amt für Kultur, 1939-2007 (Bestand)
 

Usage

End of term of protection:12/31/2040
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URL:http://scope.staatsarchiv.sg.ch/detail.aspx?ID=80678
 
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