HS Handelsakademie/ Handelshochschule (HSG)/ Universität St.Gallen (1886-2015)

Archive plan context


Information on identification

Ref. code:HS
Ref. code AP:HS
Title:Handelsakademie/ Handelshochschule (HSG)/ Universität St.Gallen
Creation date(s):1886 - 2015
Level:Abteilung
Archival Material Types:Dokument
Ausprägung:analog

Additional comments

Comments:Geschichte der Handelsakademie/HSG/Universität St.Gallen

Gründung und Entwicklung
Durch Beschluss des Grossen Rates wurde am 25. Mai 1898 die "Höhere Schule (Akademie) für Handel, Verkehr und Verwaltung" zusammen mit der "Verkehrsschule" als eine kantonale Lehranstalt im Westflügel des Kantonsschul-Gebäudes errichtet. Finanziell beteiligt waren der Bund, die politische Gemeinde St.Gallen und das Kaufmännische Directorium St.Gallen.

Die Handelsakademie begann ihre Tätigkeit mit dem Unterricht von sieben Studierenden, zu denen sich noch 85 Hörer oder Freischüler (Hospitanten) gesellten. Die Vorlesungen waren auch für die Öffentlichkeit zugänglich. Bereits seit 1902 bestand eine Bibliothek, welche ausschliesslich von Lehrern und Schülern der "Handelsakademie" und der "Verkehrsschule" genutzt werden konnte.

Aufgrund der verschiedenen Lehrziele der beiden Abteilungen der Lehranstalt, der "Handelsakademie" sowie der "Verkehrsschule", wurden diese vom Grossen Rat im Jahr 1903 in zwei selbstständige Anstalten getrennt. Die "Handelsakademie" blieb den gesetzlichen Bestimmungen und der Aufsicht der städtischen Behörden unterstellt. Träger dieser Handelsakademie waren die politische Gemeinde St.Gallen, die Ortsbürgergemeinde St.Gallen und das Kaufmännische Directorium St.Gallen. Zunächst trug die Anstalt den Namen "Handelsakademie". Ab 1911 hiess sie dann "Handelshochschule St.Gallen" und bezog das erste eigene, neu erbaute Hochschulgebäude an der Notkerstrasse 20. Dieses bot Platz für rund 200 Studierende.

1934 wurde eine Habilitationsordnung erlassen. Für die finanzielle Grundlage wurde am 12. Juli 1935 eine privatrechtliche Stiftung mit eigener Rechtspersönlichkeit und dem Namen "Handelshochschule St.Gallen" errichtet, welche die öffentliche, vom Kanton gegründete Lehranstalt weiterführte. 1938 wurde die Handelshochschule von einer Stiftung in eine selbstständige Anstalt des öffentlichen Rechts umgewandelt. Ein Jahr später erhielt die Hochschule das Promotionsrecht. 1962 wurde die Handelshochschule in "Hochschule St. Gallen für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften" umbenannt, und seitdem ist das Kürzel "HSG" gebräuchlich.

Durch die Zunahme der Studierendenzahl und die sukzessive Gründung von Instituten stieg der Raumbedarf. Deshalb wurde 1954 eine Baukommission gegründet, um u.a. Entwürfe und mögliche Standorte für einen Neubau zu prüfen. Schliesslich wurde der Rosenberg als neuer Standort bestimmt und der Entwurf "la tête" der Architekten Walter M. Förderer, Rolf G. Otto und später Hans Zwimpfer ausgewählt. Das Projekt wurde 1959 von Kanton und Stadt angenommen. 1960 erfolgte dann der erste Spatenstich, und nach dreijähriger Bauphase konnten die Neubauten auf dem Rosenberg 1963 bezogen werden.
1968 führte man die Weiterbildungsstufe (WBS) ein, die für die Weiterbildung der im Berufsleben stehenden Hochschulabsolventen gedacht war. Die HSG war damit die erste Hochschule der Schweiz, die diese Weiterbildung für Berufstätige institutionalisierte. Seit 1985 ist der Kanton St.Gallen alleiniger Träger der HSG.

Nachdem eine Hochschulerweiterung bereits 1970 durch das Stimmvolk und 1973 durch den Grossen Gemeinderat gescheitert war, wurde 1985 in einer Volksabstimmung ein Ergänzungsbau mit einer neuen Bibliothek (Bibliotheksgebäude) gutgeheissen. Dieser konnte 1989 bezogen werden (Baubeginn 1986). Im selben Jahr trat ein neues Hochschulgesetz in Kraft, welches die HSG in "Hochschule St.Gallen für Wirtschafts-, Rechts- und Sozialwissenschaften (HSG)" umbenannte. 1995 fand eine weitere Namensänderung im Zusammenhang mit der Revision des Hochschulgesetzes statt. Die HSG trug seitdem den Namen "Universität St.Gallen für Wirtschafts-, Rechts- und Sozialwissenschaften (HSG)". Im selben Jahr wurde auch das von Bruno Gerosa entworfene Weiterbildungszentrum "Holzweid" (WBZ-HSG, Baubeginn 1992) eingeweiht. Das Projekt wurde neben privaten Spendern, die sich in der "Gesellschaft zur Förderung der Weiterbildung an der HSG" zusammengeschlossen hatten, massgeblich von Kanton und Bund finanziert. Der Boden wurde der HSG unentgeltlich von der Max Schmidheiny-Stiftung überlassen.

Aufgrund der Bologna-Reform wurde 2001 das Lizentiat durch den Bachelor- und Master-Abschluss abgelöst. Daneben wurde das Fachstudium durch ein Kontextstudium ergänzt. Im selben Jahr bekam die HSG ein internationales Gütesiegel, die EQUIS-Akkreditierung.
Seit 2003 bieten die Professor/innen der Universität St.Gallen Vorlesungen für ein junges Publikum an, die "Kinder-Uni" genannt werden. Die HSG war damit die erste Universität der Schweiz, die solche Veranstaltungen in ihr öffentliches Programm aufnahm.
Seit dem Jahr 2005 werden die Weiterbildungsaktivitäten der Universität St.Gallen durch die Executive School für Management, Technologie und Recht zusammengefasst. Drei Jahre später wurde der Executive Campus HSG eröffnet, der eine Erweiterung des Weiterbildungszentrums "Holzweid" ist, zu dem neben zusätzlichen Seminarräumen auch 54 Hotelzimmer gehören.

2005 wurde das Bauprojekt "Sanierung, Umgestaltung, Erweiterung der HSG" von den St.Galler Bürgern angenommen. Das Ziel des Projektes war eine umfassenden Sanierung und Anpassung der Infrastruktur von 2006-2011. Dabei entstanden eine neue Mensa im Gebäude der ehemaligen Sporthalle und eine neue Parkgarage. Teile der Verwaltung zogen in das frühere Mensagebäude. Die bereits 2008 fertiggestellte Dreifachsporthalle wurde während der Sanierung als Provisorium für die Lehre gebraucht, bevor sie dann ab 2011 für den Universitätssport genutzt werden konnte.

Im Jahr 2011 trat ein neues Universitätsstatut in Kraft, das die Umbenennung der HSG in "Universität St.Gallen - Hochschule für Wirtschafts-, Rechts- und Sozialwissenschaften sowie Internationale Beziehungen (HSG)" mit sich brachte.

Im Herbstsemester 2014 studierten 8‘020 Personen an der Universität.
Ziele und Aufgaben der Universität
Die Ziele und Aufgaben der Universität sind im Universitätsstatut vom 25. Oktober 2010 folgendermassen beschrieben:
• Lehre und Forschung in Wirtschafts-, Rechts-, Sozial-, Kultur- und Politikwissenschaften
• Förderung des persönlichen und gesellschaftlichen Verantwortungsbewusstseins der Universitätsangehörigen und Vorbereitung der Studierenden, in Beruf und Öffentlichkeit nach wissenschaftlichen Methoden und Erkenntnissen sowie nach ethischen Grundsätzen zu handeln
• Bemühung um die Gleichstellung von Mann und Frau in Studium, Lehre und Forschung sowie Unterstützung der Vereinbarkeit von Beruf und Familie
• Erbringung von Dienstleistungen im Rahmen ihrer wissenschaftlichen Ausrichtung.
• Förderung der kulturellen und sportlichen Betätigung an der Universität
• Erfüllung der Aufgaben im Rahmen der gesetzlich gewährleisteten Autonomie und Wahrung der Freiheit der wissenschaftlichen Lehre und Forschung
• Erlass einer Vision und eines Leitbilds für die Universität sowie einer mehrjährigen Aufgaben- und Finanzplanung durch den Universitätsrat auf Antrag des Rektors
• Mitarbeit in den gesamtschweizerischen Koordinationsorganen der Hochschulpolitik und Zusammenarbeit mit anderen in- und ausländischen Universitäten, anderen Hochschulen und verwandten Institutionen
• Durchführung wissenschaftlicher und kultureller Veranstaltungen für die Öffentlichkeit


Organe
Zu den Organen der Universität gehören gemäss dem Universitätsstatut vom 25. Oktober 2010:
• Universitätsrat
• Akademische Organe
• Senat
• Senatsausschuss
• Rektor/in
• Organe der Abteilungen (Schools)
• Akademische Kommissionen
• Rechtspflegeorgane
• Mittelbau
• Studentenschaft
• Universitätsverwaltung
• Kontrollstelle
Abteilungen
Anfänglich wurde noch keine Einteilung in Abteilungen vorgenommen, sondern man gliederte in Fächer mit systematischem Unterricht, Vorlesungen und Vorkurse. Im Jahr 1906 gab es erstmals eine Einteilung in eine Handels- und eine Verwaltungsabteilung, und bereits 1911 hatte die Hochschule eine abteilungsähnliche Struktur. Förmlich wurden die Abteilungen mit der Hochschulordnung von 1919 eingeführt und am 1. Januar 2011 zu 5 "Schools" umorganisiert.


Wissenschaftliche Institute und Forschungsstellen
Bis zur Einführung des neuen Hochschulstatuts 1937 waren nur die fünf Abteilungen für Forschung und Lehre zuständig. Danach wurde mit dem Chemisch-physikalischen Institut die erste Institution zur Unterstützung der Abteilungen gegründet. In den folgenden Jahren wuchs die Zahl der Institute stetig.

Um die institutsübergreifende Zusammenarbeit an bestimmten wichtigen Themen zu verbessern, wurden 2006 erstmals sogenannte HSG-Centers ins Leben gerufen. Nebst der Kooperations-Funktion haben die Zentren auch eine Schaufensterfunktion: Sie zeigen die Kompetenzen, Kapazitäten und Aktivitäten ihrer Mitglieder. 2015 zählte die Universität 29 Institute und Forschungsstellen sowie 11 Centers.

Übersicht der Rektoren der HSG seit der Gründung als Handelsakademie
• 1899-1903: Karl Emil Wild (bis 1903 Bezeichnung „Direktor“)
• 1903-1920: Prof. Dr. Eduard Otto Schulze
• 1920-1926: Prof. Dr. Karl Bürke
• 1926-1932: Prof. Dr. Paul Oettli
• 1932-1938: Prof. Dr. Robert Debes
• 1938-1944: Prof. Dr. Walther Hug
• 1945-1951: Prof. Dr. Theo Keller
• 1951-1957: Prof. Dr. Wolfhart Friedrich Bürgi
• 1957-1963: Prof. Dr. Walter Adolf Jöhr
• 1963-1966: Prof. Dr. Otto Konstantin Kaufmann
• 1966-1970: Prof. Dr. Francesco Kneschaurek
• 1970-1972: Prof. Dr. Willi Geiger
• 1972-1978: Prof. Dr. Hans Siegwart
• 1978-1982: Prof. Dr. Alfred Meier
• 1982-1986: Prof. Dr. Alois Riklin
• 1986-1990: Prof. Dr. Johannes Anderegg
• 1990-1993: Prof. Dr. Rolf Dubs
• 1993-1999: Prof. Dr. Georges Fischer
• 1999-2005: Prof. Dr. Peter Gomez
• 2005-2011: Prof. Dr. Ernst Mohr
• Seit 2011: Prof. Dr. Thomas Bieger
 

Usage

End of term of protection:12/31/2045
Permission required:Staatsarchiv
Physical Usability:Uneingeschränkt
Accessibility:Archivmitarbeiter/-innen
 

URL for this unit of description

URL: http://scope.staatsarchiv.sg.ch/detail.aspx?ID=62
 

Social Media

Share
 
Home|de en fr
Online Catalogue of the State Archives St. Gallen