W 240/1 Schweizerischer Bau- und Holzarbeiterverband (SBHV) / Gewerkschaft Bau und Holz (GBH), 1861-2006 (Teilbestand)

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Ref. code AP:W 240/1
Title:Schweizerischer Bau- und Holzarbeiterverband (SBHV) / Gewerkschaft Bau und Holz (GBH)
Creation date(s):1861 - 2006
Archival Material Types:Dokument
Bild
Buch
Ausprägung:analog
Level:Teilbestand
Contains:Die Bildung von gewerkschaftlich organisierten Gruppen im Kanton St.Gallen begann im letzten Drittel des 19. Jahrhundert bei den Stein- und Holzarbeitern von St.Gallen und Umgebung sowie von Rorschach und Umgebung. Die primäre Organisationsstruktur war regional und berufsgruppenbezogen ausgerichtet. Im Lauf der Jahre bildeten sich immer wieder neue Gruppen, während andere sich auflösten. Fusionen einzelner Gruppen verfolgten das Ziel, regional oder berufsbezogen mehr Stärke zu entwickeln und gemeinsam aufzutreten. Die Hauptthemen der frühen Jahre waren die Reduzierung der Arbeitszeiten, Lohnfragen sowie die Einrichtung von Krankenkassen. Übergeordnet wurden die Gruppen in Regionen und Sektionen gegliedert. Die Arbeit in diesen Gremien war geprägt von der Mitgliederrekrutierung, den Kämpfen um Arbeitsrechte und auch die Bildung der Arbeiter und Arbeiterinnen war ein wichtiges Thema. Die ältesten Unterlagen dieses Teilbestands sind Mitgliederverzeichnisse des Glaser-Fachvereins St.Gallen aus dem Jahr 1861.

In den Gewerkschaftsgruppen der Stein- und Holzarbeiter waren schon früh Migranten vertreten, vor allem die italienischsprachigen Arbeiter beteiligten sich aktiv am Aufbau einer Arbeiterbewegung. Bereits im Jahr 1890 wurde die 'Gruppo lingua italiano San Gallo' gegründet, deren Anliegen es war, auch die "Fremdarbeiter" in die gewerkschaftliche Entwicklung und bildungspolitische Arbeit einzubinden.

Im Bestand der Bau- und Holzarbeiterbewegung ist der Nachlass von Jakob Jäger enthalten, ein langjähriges Gewerkschaftsmitglied, das die Entwicklung der Arbeiterbewegung über viele Jahre dokumentierte. Das 1937 publizierte Werk '50 Jahre Zimmerleute Gewerkschaft St.Gallen 1887-1937' stammt aus der Feder von Jakob Jäger und ist sowohl in gedruckter Form als auch als handschriftliches Manuskript im Bestand erhalten.

Eine Besonderheit bilden die Unterlagen der Frauenkrankenkasse im Teilbestand der Holzarbeiter St.Gallen und Umgebung, die im Jahr 1915 gegründet worden war. Erstaunlich sind diese Akten nicht nur, weil sie für eine Frauenkrankenkasse vergleichsweise früh entstanden sind, sondern auch, weil die GBI traditionell eine Männerbranche darstellte. Dem Protokollbuch (1915-1922) ist zu entnehmen, dass die versicherten Frauen Angehörige der Holzarbeiter waren, also Ehefrauen und Töchter. Die Kasse wurde von Frauen geführt.

Unter den mitgelieferten Objekten fallen vor allem die drei aufwendig gestalteten Fahnen mit Stangen und dazu gehörenden Emblemen ins Auge. Alle Fahnen sind mehrfarbig verarbeitet und beidseitig mit Motiven der betreffenden Gewerkschaftsgruppe und Leitsätzen wie "Einigkeit macht stark" bestickt.
Comments:Die Gewerkschaft Bau und Holz fusionierte in den 1990er Jahren zur Gewerkschaft Bau und Industrie (GBI).
 

Usage

End of term of protection:12/31/2036
Permission required:Staatsarchiv
Physical Usability:Erschwert möglich
Accessibility:Archivmitarbeiter/-innen
 

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URL:http://scope.staatsarchiv.sg.ch/detail.aspx?ID=335841
 
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