A 671 Bildarchiv (1943-1992)

Archive plan context


Information on identification

Ref. code:A 671
Ref. code AP:A 671
Title:Bildarchiv
Creation date(s):1943 - 1992
Creation date(s), scattered dates:from 1927
Level:Bestand

Information on content and structure

Contains:Bestandesgeschichte
Die Geschichte des Bildbestands der Olma Messen gleicht im Wesentlichen derjenigen des Aktenarchivs (vgl. A 670).

Form und Inhalt
Das Bildarchiv der Ostschweizerischen Land- und Milchwirtschaftlichen Ausstellung OLMA umfasst mehrere tausend Fotografien und bildet die facettenreiche Geschichte der Messe seit 1943 visuell ab. Der Fotobestand setzt sich zusammen aus Abzügen, Dias, Negativen und digitalen Bildern. Von 1943 bis 1979 sind bis auf wenige Ausnahmen hauptsächlich Abzüge professioneller Urheberschaft vorhanden. Ab 1979 kommen zu den Abzügen vermehrt auch Dias und Negative, wobei nun zusätzlich Aufnahmen von unbekannten Amateurfotografinnen und -fotografen überliefert sind. U.a. sind Bilder der folgenden professionellen Betriebe, Fotografinnen und Fotografen im Bildbestand zu finden: Foto Gross, Photo Gebrüder Zumbühl, Photo Krüsi & Co., Photohaus Mangholz, Comet, Hildegard Morscher, Siegfried Lauterwasser, Pius Rast, Theodor Seeger, Otto Küchlin, Karl Künzler, Regina Kühne und Rainer Bolliger.
Über den gesamten Bildbestand gesehen dominierend sind Fotos der thematischen Hallen (Milchwirtschaft, Landwirtschaft, Landmaschinen etc.), der Aussteller im Freien und von Ständen mit ausgestellten Produkten. Neben den Artikeln, Gerätschaften und Apparaten im Zusammenhang mit der milch- und landwirtschaftlichen Produktion (Milchprodukte, Dampfkessel, Zentrifugen, Traktore, Landmaschinen, Sennereiartikel etc.) zeigen die Bilder unterschiedlichste Haushaltgeräte, Büromöbel, Büromaschinen, Textilien, Radioapparate, Fernsehgeräte u.v.m. Die über die Jahrzehnte entstandenen Aufnahmen dokumentieren somit eine Vielzahl von Hallen, Ständen und eine sehr beachtliche Produktepalette.
Zentraler Bestandteil des Bildarchivs sind zudem Fotos der Eröffnungstage, auf denen in jährlichen Abständen die Bundesräte, die Landammänner des Kantons St.Gallen, die OLMA-Direktoren (Erwin Schenker, Bruno Meyer, Robert Osterwalder, Kurt Leu, René Käppeli), die OLMA-Präsidenten (Konrad Nägeli, Emil Anderegg, Alfred Hummler, Heinz Christen), die Offiziellen (Vertretungen der Stadt St.Gallen, der beteiligten Kantone, des Fürstentums Liechtenstein und der beteiligten Verbände) sowie die Ehrendamen zu sehen sind. Regelmässig fotografiert wurden sodann die Viehschauen, Viehvorführungen und Viehauktionen, die Produkteschauen, Sonderschauen, Tage der Gastkantone (Behörden, Reden, folkloristische Umzüge durch die Stadt, Darbietungen in der Arena), die Mitarbeitenden und das Publikum.
Besonders zu erwähnen ist an dieser Stelle, dass viele Fotografien aus dem OLMA-Bildarchiv die Expansion des Ausstellungsareals und die prägenden baulich-infrastrukturellen Veränderungen festhalten und illustrieren. Fand die erste OLMA 1943 ausschliesslich auf dem Brühl/Brüel und in der Tonhalle statt, so expandierte sie bereits ein Jahr später in den Stadtpark. 1945 kam mit dem Ausstellungsgelände im Kantonsschulpark ein weiterer wichtiger Standort hinzu. 1947 wurde die erste permanente Halle, die Gewerbehalle (Halle 6) an der Steinachstrasse mit dem Eingang an der Parkstrasse, erbaut. In den 1950er Jahren erfuhr das Ausstellungsgelände eine weitere Ausdehnung, namentlich mit der Halle 7 an der Sonnenstrasse und den ersten Ansätzen einer Halleninfrastruktur beim Areal St.Jakob. In den kommenden Jahren und Jahrzehnten verlagerte sich der Ausstellungsmittelpunkt immer mehr in Richtung dieses Areals. Markante bauliche Merkmale des Ausstellungsareals St.Jakob waren die 1965 und 1966 aus Lausanne transportierten und wiedererrichteten Hallen der Expo64 sowie die charakteristische, amphitheaterartige Arena (1966). Einschneidend waren auch die baulichen Neuerungen der 1980er Jahre, dazu zählen der Bau der Halle 1 (östlich des Areals St.Jakob mit dem Eingang an der Rosenheimstrasse), die Verlegung der Arena in den südlichen Teil des Areals St.Jakob und die neuen Hallen 2 und 3, die über der SN1 (Stadtautobahn) errichtet wurden. Diese und weitere Bauarbeiten sowie die Baustelle SN1 prägten in den 1980er Jahren die optische Wahrnehmung des Messeareals St.Jakob.
Zu den hier genannten schwerpunktmässigen Motiven kommen weitere Aufnahmen u.a. von Arbeitsvorführungen, Beschriftungen, Tafeln, Wandbildern und kunstvoll gestalteten Eingängen. Zu letzteren zählen etwa die Eingangsportale von 1948 (Künstler Albert Schenker, 1899-1973) und von 1957 (Künstler Max Oertli, 1921-2007).
Der Bildbestand der OLMA bietet insgesamt einen reichhaltigen Querschnitt durch die vielfältige Produktegeschichte der Schweiz seit 1943. Aufnahmen von Ständen und Schauen weisen zudem auf bis heute wichtige wirtschaftliche und agrarwirtschaftliche Entwicklungen hin (Einsatz von chemischen Hilfsstoffen, Propagierung der Elektrifizierung, maschinelle und "moderne" Produktionsmethoden, Viehzucht etc.). Aus diesen Gründen und aufgrund der breiten Beteiligung sowie der Tatsache, dass die OLMA jährlich von Bundesräten, prominenten Politikern, umfangreichen Delegationen aus den Gastkantonen und einem grossen Publikum besucht wurde, besitzt der Bildbestand lokale, regionale und nationale Bedeutung.
Bewertung und Kassation
Die Abzüge aus den Fotoalben der Jahre 1943 bis 1947 und dem Fotoalbum des Jahres 1952 wurden integral übernommen. Die losen Fotos (verschiedene Formatgruppen) der ersten Jahrzehnte wurden grösstenteils übernommen. Ab den 1970er-Jahren nahm die Menge der Fotografien merklich zu, was eine strengere Bewertung zur Folge hatte. Der Anteil der nicht erschlossenen und somit kassierten Bilder überwiegt seit den 1970er Jahren klar. Umso mehr gilt das für die 1980er und 1990er Jahre, weil nun zu den Abzügen noch Dias und Negative kamen. Ab 1979 beginnt auch die Phase der nicht-professionellen Fotografierenden. Vermutlich handelt es sich bei ihnen um interne Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Obwohl sich ihre Aufnahmen in der Qualität deutlich von den Erzeugnissen professioneller Urheberschaft unterscheiden, wurden auch solche Fotografien berücksichtigt, da sie teilweise über hohen historischen und dokumentarischen Wert verfügen. Dies gilt etwa für einige Fotos, welche die baulichen Infrastrukturveränderungen der 1980er Jahre oder die Baustelle SN1 (Stadtautobahn) zeigen. Grundsätzlich erfolgte die Bewertung nach den oben erwähnten inhaltlichen Kriterien mit dem zusätzlichen Ziel, einen möglichst repräsentativen Eindruck der Messe in diachroner Perspektive zu vermitteln.
Vom archivischen Erschliessungsprozess ausgeschlossen blieben technisch nicht gelungene Bilder und Aufnahmen mit Motivwiederholungen. Nicht-metadatierbare Bilder wurden in der Regel ebenfalls nicht erschlossen, wobei z.B. Fotos von Rednern, die vorerst nicht identifiziert werden konnten, trotzdem in den Bestand aufgenommen wurden.

Ordnung und Klassifikation, Hinweise zur Erschliessung
Die Gliederung des Bildmaterials erfolgte aus konservatorischen und magazintechnischen Gründen nach Trägermaterialien und Formaten. Die meisten der erschlossenen Bilder konnten datiert und chronologisch angeordnet werden. Bei unsicherer Datierung beginnt der Titel mit "OLMA undatiert", wobei das ungefähre Aufnahmedatum im Feld "Entstehungszeitraum ca." angeben wurde. Weitere präzisierende Hinweise zum Aufnahmezeitpunkt (z.B. bei falsch datierten Bildern) sind auf Dokumentstufe im Feld "Entstehungszeitraum Anmerkungen" zu finden. Innerhalb eines Jahres finden sich thematisch ähnliche Bilder in der Regel nacheinander verzeichnet. Aus Gründen der besseren Übersichtlichkeit, Auffindbarkeit und Abgrenzung der einzelnen Messen, die im Bildarchiv der Genossenschaft Olma Messen (OLMA, OFFA, Mobautech etc.) vorkommen, wurde auf Dokumentstufe in jedem Titel an erster Stelle das Ereignis (Messe mit Jahreszahl) genannt. Die wesentlichen Bildinformationen (z.B. Angaben zu den thematischen Hallen, Hallennummern und Standorten) finden sich im Titelfeld und häufig zusätzlich im Feld "Enthält". Teilweise sind Informationen auch im Feld "Anmerkungen" enthalten.
Als Erschliessungshilfen beigezogen wurden insbesondere die Zeitung "Die Ostschweiz" und die im analogen Archiv der Olma Messen überlieferten offiziellen Ausstellungs- und Tierkataloge.
 

Related units of description

Related units of description:siehe auch:
A 670 Aktenarchiv, 1927-2018 (Bestand)
 

Usage

End of term of protection:12/31/2022
Permission required:Staatsarchiv
Physical Usability:Erschwert möglich
Accessibility:Archivmitarbeiter/-innen
 

URL for this unit of description

URL: http://scope.staatsarchiv.sg.ch/detail.aspx?ID=1231532
 

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